Sexuelle Nötigung – Vergewaltigung – Ihr Anwalt für Strafrecht in Berlin

2. April 2012 | Von | Kategorie: Strafrecht

Die sexuelle Nötigung bzw. die Vergewaltigung wird in § 177 StGB unter Strafe gestellt.

Wegen einer sexueller Nötigung werden Sie bestraft, wenn Sie eine andere Person mit Gewalt, durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der sich das Opfer Ihrer Einwirkung schutzlos ausgeliefert sind, nötigen, sexuelle Handlungen an sich zu dulden oder an Ihnen oder einem Dritten vorzunehmen. Eine Handlung ist dann sexuell, wenn sie das Geschlechtliche im Menschen zum unmittelbaren Gegenstrand unter Einsatz des eigenen oder fremden Körpers hat.

Welche Strafe droht bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung?

Der Strafrahmen des Grunddelikt beträgt Freiheitsstrafe von einem Jahr bis fünfzehn Jahren, § 177 Abs. 1 StGB. In besonders schweren Fällen der sexuellen Nötigung, zu denen gehört die Vergewaltigung, beträgt der Strafrahmen zwei Jahre bis fünfzehn Jahre Freiheitsstrafe, § 177 Abs. 2 StGB. Das Gesetz regelt beispielhaft, wann ein besonders schwerer Fall vorliegt. Er liegt vor, wenn Sie mit dem Täter den Beischlaf vollziehen oder ähnliche sexuellen Handlungen an dem Opfer vornehmen oder an sich vornehmen lassen, die das Opfer besonders erniedrigen, insbesondere wenn Sie mit dem Eindringen in den Körper verbunden sind. Bei einer Handlung, die mit dem Eindringen in den Körper verbunden ist, spricht man auch von einer Vergewaltigung. Eine Vergewaltigung liegt also nicht nur beim erzwungenen Vaginal- und Analverkehr, sondern auch beim erzwungenen Oralverkehr vor. Beischlafähnliche Handlungen, wie das flüchtiges Eindringen in die Scheide bzw. Scheidevorhof mit einem Finger wird jedoch als Vergewaltigung gewertet werden. Außerdem liegt ein besonders schwerer Fall der sexuellen Nötigung vor, wenn die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird.

Wen Sie bei der Tat eine Waffe, ein gefährliches Werkzeug oder sonst ein Werkzeug bei sich führen, um den Widerstand einer Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden, oder Sie davon unabhängig das Opfer durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringen, können Sie sogar mit Freiheitsstrafe zwischen drei und fünfzehn Jahren bestraft werden. Sollten Sie während der Tat eine Waffe oder ein gefährliches Werkzeug sogar verwenden, dann können Sie zu einer Freiheitsstrafe zwischen fünf und fünfzehn Jahren verurteilt werden. Dasselbe gilt, wenn das Opfer bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder in die Gefahr des Todes gebracht wird.

Nach § 178 StGB werden Sie mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren oder sogar mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft, wenn Sie durch die sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung wenigstens leichtfertig den Tod des Opfers verursachen.

Vergewaltigung – sexuelle Nötigung – Ihr Anwalt für Strafrecht in Berlin

Die Verteidigung bei dem Vorwurf der Vergewaltigung oder der sexuellen Nötigung ist in vielen Strafverfahren mit besonderen Schwierigkeiten verbunden. Häufig steht in solchen Verfahren Aussage gegen Aussage. Die Strafdrohungen sind – vor allem bei dem Vorwurf der Vergewaltigung – äußerst schwerwiegend. Umso wichtiger ist es, möglichst frühzeitig den Beistand eines engagierten und erfahrenen Strafverteidigers zu suchen, wenn man Beschuldigter eines Ermittlungsverfahrens wegen Vergewaltigung oder sexueller Nötigung ist. In Berlin und Brandenburg, ggf. auch bundesweit, stehen Ihnen die Rechtsanwälte und Fachanwälte für Strafrecht Dr. Annette Linkhorst und Dr. Tarig Elobied als engagierte und erfahrene Strafverteidiger zur Seite.