Nebenklage – was ist das?

2. September 2012 | Von | Kategorie: Strafverfahren
Nebenklage in der StPO - wichtige Rechte für den Geschädigten

Die Nebenklage ist in der StPO geregelt.

Nebenklage – was ist das?

Die Nebenklage dient dem Opferschutz. In vielen Fällen können sich Opfer bzw. Geschädigte einer Straftat dem Strafverfahren gegen den oder die Täter mit der Nebenklage anschließen. Zum Verständnis der Nebenklage ist es wichtig zu wissen, dass es in einem Strafverfahren in unserem Rechtssystem keine Parteien gibt. Im Zivilverfahren ist das anders, dort treten Kläger und Beklagter als gleichberechtigte Parteien auf. Im Strafverfahren hingegen wird die Rolle des Klägers vom Staat übernommen, und zwar vertreten durch die Staatsanwaltschaft. Der Geschädigte bzw. das Opfer der Straftat hat nicht die Rolle einer “Partei”, sondern ist im Verfahren in aller Regel lediglich Zeuge.

Nicht selten haben aber die Geschädigten der Tat ein Interesse daran, sich selbst an dem Strafverfahren aktiv zu beteiligen und damit zur Bestrafung des Täters beizutragen. Deshalb sieht die Strafprozessordnung die Nebenklage vor (§ 395 StPO). Unter anderem bei Taten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, gegen die Ehre, die körperliche Integrität, die persönliche Freiheit, bei einem versuchten Tötungsdelikt oder nach einem erfolgreichen Klageerzwingungsverfahren ist die Nebenklage zugelassen. Nach einem Tötungsdelikt geht das Recht zur Nebenklage auf die Angehörigen des Tatopfers über (§ 395 Abs. 2 StPO). Weitere  nebenklagefähige Delikte werden in § 395 Abs. 3 StPO bezeichnet.

Nebenklage – welche Rechte hat der Nebenkläger?

Dem Nebenkläger stehen wichtige prozessuale Rechte zu, insbesondere kann er während der Hauptverhandlung ständig anwesend sein (als Zeuge hingegen darf er vor seiner Vernehmung nicht anwesend sein). Der Nebenkläger hat das Recht, den Täter selbst zu befragen, außerdem darf der die Zeugen befragen. Er hat darüber hinaus das Recht, Beweisanträge zu stellen und Erklärungen abzugeben. Gerade das Recht zur Stellung von Beweisanträgen ist ein wichtiges prozessuales Mittel, um Einfluss auf den Prozess zu nehmen. Und schließlich hat der Nebenkläger auch das Recht, das Urteil mit Rechtsmitteln anzugreifen, also der Berufung oder der Revision. Insgesamt eröffnet die Nebenklage wichtige prozessuale Möglichkeiten, auf die Bestrafung des oder der Täter Einfluss zu nehmen.