Körperverletzung gem. § 223 StGB im Strafgesetzbuch

23. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Körperverletzung, § 223 StGB -Informationen zur Körperverletzung
Körperverletzung im Strafgesetzbuch - § 223 StGB

Körperverletzung im Strafgesetzbuch – § 223 StGB

Verfahren wegen § 223 StGB

Die Körperverletzung, geregelt in § 223 StGB, ist in der Strafrechtspraxis eine der wichtigsten Vorschriften, denn Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung sind sehr häufig. Dem entsprechend verteidigen wir als Rechtsanwälte für Strafrecht überdurchschnittlich häufig gegen Vorwürfe dieser Art.

Der Grundtatbestand des § 223 StGB

Der Grundtatbestand der Körperverletzung ist in § 223 StGB geregelt. Voraussetzung einer Körperverletzung in der Form der körperlichen Misshandlung ist, dass der Täter das Opfer „übel bzw. unangemessen behandelt“, so dass „das körperliche Wohlbefinden mehr als unerheblich beeinträchtigt“ wird. Abgesehen von gänzlich unbedeutenden Eingriffen zählen hierzu so gut wie alle Tätlichkeiten – eine einfache Ohrfeige unterfällt also dem Tatbestand des § 223 Abs. 1 StGB. Daneben kann der Straftatbestand auch erfüllt werden durch das Verursachen einer Gesundheitsbeschädigung. Diese wird definiert als das „Hervorrufen oder Steigern eines krankhaften Zustandes“. Auch dieses Tatbestandsmerkmal der Strafvorschrift ist schon dann erfüllt, wenn der Geschädigte nur geringfügig beeinträchtigt wird – ein blauer Fleck oder eine Schramme genügen. Ob die Verletzungshandlung erheblich war, spielt also für die Erfüllung des Tatbestandes keine Rolle. Allerdings ist bei Bagatellvorwürfen häufig der Weg für eine Einstellung des Verfahrens nach § 153 StPO eröffnet. Und natürlich sind die Folgen der Straftat eine der wichtigsten Faktoren für die Zumessung der Strafe.

§ 223 StGB – Strafrahmen der Körperverletzung

Welche Strafe droht bei einer Körperverletzung? Die einfache Körperverletzung hat einen Strafrahmen von Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. In der Praxis sind Freiheitsstrafen für die Begehung der einfachen Körperverletzung gem. § 223 StGB die Ausnahme, es sei denn, der Beschuldigte ist (einschlägig) vorbestraft oder die Folgen der Tat sind besonders schwerwiegend. Soclhe schwerwiegenden Folgen sind bei der bloßen Verwirklichung des § 223 StGB allerdings eher selten, häufig  erfüllen solche Taten nämlich eine der zahlreichen Qualifikationen im StGB. In der Regel werden bei einer Verurteilung wegen § 223 StGB also Geldstrafen verhängt. Wie immer kommt es für die Strafzumessung auf den Einzelfall an. Zu beachten ist auch, dass sich viele Körperverletzungstaten nicht als einfache Körperverletzung, sondern als Gefährliche Körperverletzung gem. § 224 StGB darstellen – für diese gilt ein anderer Strafrahmen.

Bei dem Vorwurf der Körperverletzung: Anwalt einschalten!

Wenn Sie genaueres über die Verteidigungsmöglichkeiten und Verteidigungsziele in Ihrem Strafverfahren erfahren möchten oder wenn Sie eine Einschätzung brauchen, welche Strafe zu erwarten ist, nehmen Sie Kontakt zu einem unserer Fachanwälte für Strafrecht auf. Wir beraten Sie gerne.