Gnadenantrag – Ihr Anwalt in Berlin informiert

6. September 2012 | Von | Kategorie: Strafrecht, Strafvollzugsrecht

Gnadenantrag & Gnadengesuch

Gefängnis - Gnadenantrag

Gnadenantrag: Letzte Chance vor Strafantritt

Ein Gnadenantrag ist häufig das letzte Mittel, um den Antritt einer Freiheitsstrafe zu verhindern. Wenn Berufung und Revision gegen das Urteil erfolglos waren und ein Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens nicht zulässig oder nicht begründet wäre, bleibt nur noch der Gnadenantrag. Wer einen Gnadenantrag stellen will, muss sich darüber im Klaren sein, dass in einem Rechtsstaat Gnade nur bei Vorliegen von besonderen Gründen gewährt werden soll – rechtskräftige Urteile sollen grundsätzlich Bestand haben. Wenn das Gesetz aber besondere Härten mit sich bringt, es bei der Urteilsfindung Irrtümer gab oder nachträglich entstandene Unbilligkeiten nach einem Ausgleich verlangen, können besondere Gründe vorliegen, die die Gewährung von Gnade rechtfertigen.

Gnadenantrag: Wann ist er sinnvoll?

Nach unserer Erfahrung gibt es bestimmte Fallgruppen, in denen ein Gnadenantrag durchaus Aussichten auf Erfolg haben kann. Gerade bei Erstverbüßern, bei kurzen Freiheitsstrafen, bei Ersatzfreiheitsstrafen, nach einem Bewährungswiderruf wegen der Verletzung von Bewährungsauflagen kann es sinnvoll sein, einen Gnadenantrag mit dem Ziel der nochmaligen Aussetzung der Strafe zur Bewährung zu stellen. Allerdings bedarf es  immer guter Gründe für einen Gnadenantrag, außerdem sollten die Gründe im Antrag gut dargelegt werden.

Gnadenantrag: Beauftragung eines Anwalts ist sinnvoll

Wir sind überzeugt, dass es sinnvoll ist, einen Rechtsanwalt mit der Stellung des Gnadenantrags zu beauftragen. Zum einen soll nach den Gnadenordnungen der Länder Gnade nicht gewährt werden, wenn es rechtliche Möglichkeiten gibt, das angestrebte Ziel zu erreichen. Das bedeutet, dass zum Beispiel Anträge auf Strafaufschub oder Wiederaufnahmeverfahren dem Gnadenverfahren vorgehen. Ein Anwalt wird prüfen, ob es solche rechtlichen Ausschlussgründe gibt. Zum anderen kann es im Gnadenverfahren sinnvoll sein, auf Änderungen der Rechtslage und vor allem auf Änderungen der Rechtsprechung hinzuweisen. Solche Änderungen kommen zwar nicht häufig vor, sind aber bei Vorliegen regelmäßig gute Gründe für einen Gnadenantrag. Darüber hinaus kann ein Anwalt prüfen, ob es sinnvoll ist, auf Fehler im rechtskräftigen Urteil hinzuweisen. In Ausnahmefällen können und sollten rechtliche Argumente durchaus im Gnadenverfahren vorgetragen werden. Diese Gründe müssen aber überzeugend sein – die einfache Behauptung, dass der Verurteilte zu Unrecht verurteilt wurde, weil das Gericht die Beweise falsch gewürdigt hat, dürfte im Gnadenverfahren eher schädlich sein. Nicht zuletzt kann der Anwalt helfen, die besonderen Gründe, die eine Gewährung von Gnade rechtfertigen sollen, im Gnadenantrag überzeugend darzulegen.

Ihre Anwälte in Berlin für den Gnadenantrag

Rechtsanwältin Dr. Annette Linkhorst und Albrecht Popken LL. M. sind für Sie im Gnadenverfahren tätig. Wenn Sie weitere Informationen zum Gnadenantrag und Gnadenverfahren suchen, dann finden Sie diese auf der Internetseite gnadenantrag.de.