Freispruch im Verfahren gegen Dennis G. rechtskräftig

2. März 2012 | Von | Kategorie: In eigener Sache
Freispruch wegen Messerstiche in Tram rechtskräfig

Messerstiche in Tram wegen Notwehr gerechtfertigt

Freispruch gegen Dennis G. rechtskräftig –

Staatsanwaltschaft und Nebenklage nehmen Revisionen zurück

Der am 1. März 2011 ergangene Freispruch des Landgerichts Berlin gegen den wegen Totschlags angeklagten Dennis G. ist rechtskräftig, nachdem sowohl die Nebenklage als auch die Staatsanwaltschaft Berlin ihre Revisionen gegen das Urteil zurückgenommen haben. Dennis G. hatte am 18.08.2010 seinen Kontrahenten mit zwei Messerstichen getötet, nachdem dieser ihn zuvor am S-Bahnhof Schöneweide und ein weiteres Mal in einer Tram heftig attackiert hatte. Das Landgericht Berlin erkannte auf Notwehr (§ 32 StGB) und folgte damit der Argumentation der beiden Strafverteidiger Annette Linkhorst und Albrecht Popken: Dennis G. wurde freigesprochen.

Gegen dieses Urteil legten sowohl die Nebenkläger wie auch die Berliner Staatsanwaltschaft Revision beim Bundesgerichtshof ein. Im Revisionsverfahren trat die Generalbundesanwaltschaft der Revision nicht bei – damit war auch die “Staatsanwaltschaft beim Bundesgerichtshof” der Auffassung, dass das Landgericht Berlin den Angeklagten zu Recht wegen des Rechtfertigungsgrundes der Notwehr freigesprochen hatte.

Einer Entscheidung des obersten deutschen Strafgerichts bedurfte es nicht, da sowohl Berliner Staatsanwaltschaft wie auch die Nebenkläger die Rechtsmittel vor einem Urteil zurücknahmen. Man darf davon ausgehen, dass das Gericht beiden Rechtsmittelführern die Aussichtslosigkeit der Revisionen “signalisiert” hat und die Sache deshalb nicht weiter verfolgt wurde.

Dennis G., der nach seiner Verhaftung bis zur erfolgreichen Haftprüfung für drei Monate in Untersuchungshaft saß, ist erleichtert, dass das gerichtliche Verfahren achtzehn Monate nach dem schrecklichen Vorfall endlich vorüber ist.