Beschuldigtenvernehmung – Was geschieht, wenn ich nicht hingehe?

12. Juni 2010 | Von | Kategorie: Beschuldigtenvernehmung

Wenn der Beschuldigte trotz Ladung nicht bei der Polizei erscheint, wird der Polizeibeamte einen Vermerk für die Akte verfassen, in dem sinngemäß steht: “Der Beschuldigte wurde geladen. Ein Postrückläufer ist nicht eingegangen, weshalb davon ausgegangen werden kann, dass er die Ladung erhalten hat. Es ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte von seinem Schweigerecht Gebrauch macht.”
Wie das Ermittlungsverfahren nun weitergeführt wird, kommt auf den Einzelfall an. In vielen Verfahren gibt es keine weiteren Ermittlungsmöglichkeiten, so dass die Polizei die Akte an die Staatsanwaltschaft oder Amtsanwaltschaft übersenden wird. Dort wird dann entschieden, ob das Verfahren eingestellt, ein Strafbefehl beantragt oder Anklage erhoben wird.
Nach einer Ladung zur Vernehmung findet sich der Beschuldigte in einem Dilemma: In aller Regel ist es nicht sinnvoll, zur Polizei zu gehen, und eine Aussage zu machen. Einfaches Abwarten ist aber auch eine falsche Entscheidung. Unser Rat: Sprechen Sie mit einem Anwalt für Strafrecht, bevor Sie zu einer Vernehmung gehen.

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