Was soll ich tun, wenn ich zur Vernehmung als Beschuldigter geladen werde?

16. Juni 2010 | Von | Kategorie: Beschuldigtenvernehmung, Die wichtigsten Fragen

Manchen Beschuldigten ist es gar nicht bekannt, dass die Polizei ein Ermittlungsverfahren gegen sie führt. Da jedem Beschuldigten im Ermittlungsverfahren rechtliches Gehör zu gewähren ist (das bedeutet, dass jeder Beschuldigte das Recht erhält, sich zu der Beschuldigung zu äußern), schickt die Polizei meistens eine schriftliche Ladung, in der sie darüber informiert, dass ein Ermittlungsverfahren läuft, und dem Betroffenen einen Termin zur Vernehmung nennt, zu der sie ihn auffordert, zu erscheinen.

Gerade, wenn man das Gefühl hat, dass man sich nichts hat zuschulden kommen lassen, neigt man dazu, das vor der Polizei auch sagen zu wollen, gleichsam jeden Verdacht von sich zu weisen. Dies ist eine menschlich verständliche Reaktion, rechtlich jedoch in keiner Weise zu empfehlen. Ein erfahrener Strafverteidiger wird Ihnen grundsätzlich raten, nicht zur Vernehmung zur Polizei zu gehen, jedenfalls aber nicht ohne Beisein eines Rechtsanwaltes. Ein Grund dafür ist, dass die Polizei in diesem Moment mehr Wissen hat als Sie (welche Beweismittel gibt es? Welche Zeugen haben eventuell schon ausgesagt? Wer hat Sie belastet?), Sie also quasi unvorbereitet in die Vernehmung gehen würden. Deshalb empfiehlt es sich, sofort nach Erhalt der Ladung einen Strafverteidiger zu kontaktieren. Unsere Kanzlei verfährt in dieser Situation wie folgt: Wir melden uns für Sie zur Akte. Wir geben bei der Polizei bekannt, dass Sie nicht zur Vernehmung kommen werden. Und: Wir beantragen Akteneinsicht. Diese erhält in vollem Umfang nur der Rechtsanwalt, nicht aber der Beschuldigte. Sobald uns die Akte vorliegt, informieren wir Sie über den Inhalt. Wir schlagen Ihnen eine geeignete Strategie vor und erarbeiten gemeinsam mit Ihnen die Verteidigung gegen die Vorwürfe.



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